Umbruch und Individualisierung

1989 bis 2019

Umbruch und Individualisierung


Epoche im Überblick

Mit dem Untergang des kommunistischen Ostblocks verlor Österreich seinen speziellen Charakter als neutraler Pufferstaat zwischen den verfeindeten Blöcken. Konsequenterweise trat das Land daher 1995 der Europäischen Union und 2002 dem Euro-Raum bei. Innenpolitisch wich die bisherige Konsens- Demokratie einem Klima der Konflikte.

Zeitleiste: Ereignisse und Zeitgeschehen

1989:
Jugendwohlfahrtsgesetz 1989
2013:
Gleichstellung unehelich geborener Kinder
1995:
Beitritt Österreichs zur Europäischen Union
2001:
Terroranschläge vom 11. September 2001
2002:
Einführung des Euro als Zahlungsmittel
2008:
Weltfinanzkrise
2015:
Flüchtlingskrise

1989 war es endlich soweit. Das neue Jugendwohlfahrtsgesetz brachte einen Paradigmenwechsel. Statt der drohenden «Verwahrlosung» war nun die Gefährdung des Kindeswohles Handlungsauslöser. Beratung und Unterstützung wurde zum Prinzip erhoben, präventive Angebote breit ausgebaut und das Heimsystem abgeschafft. Die Differenzierung führte zur Individualisierung. Die Bedürfnisse des Kindes stehen im Mittelpunkt.

«Kinder zu fördern, traumatische Erlebnisse und sozialen Störungen zu bearbeiten, Sicherheit zu gewähren»


Historie

Alles wird anders: Das Jugendwohlfahrtsgesetz 1989

Baby Expo, 2002 Baby Expo, 2002 Kunstprojekt Kinderheim Leonstein Kunstprojekt Kinderheim Leonstein
  • Die Gefährdung des KINDESWOHLS wird zur zentralen Handlungsanleitung
  • Die FÄHIGKEIT der Eltern nicht mehr das Verhalten des Kindes, wird Gradmesser
  • Die Familie wird bei Pflege und Erziehung BERATEN UND UNTERSTÜTZT
  • Absolutes GEWALTVERBOT in der Erziehung wird zur Pflicht
  • Mutterberatung wandelt sich von einer Kontrolle zu einem SERVICE
  • PRÄVENTIVE Angebote werden massiv ausgebaut
  • Pflegekinder und –eltern bauen eine BEZIEHUNG zu den leiblichen Eltern auf
  • Die AMTSVORMUNDSCHAFT für uneheliche Kinder wird aufgehoben
  • Erziehungsaufsicht und FORSORGERZIEHUNG werden ersatzlos gestrichen
  • AMBULANTE sozialpädagogische oder therapeutische Hilfen gehen vor stationären
  • Nach Bedürfnissen organisierte WOHNGRUPPEN ersetzen Heime

Von der Jugendwohlfahrt zur Kinder- und Jugendhilfe: Das Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013

Präzisierung der Aufgabenstellungen Festlegung von Qualitätsstandards Hilfeplanung und Dokumentation Stärkung der präventiven Angebote
Präzisierung der Aufgabenstellungen Festlegung von Qualitätsstandards
Hilfeplanung und Dokumentation Stärkung der präventiven Angebote

Aktuelle Angebote und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe OÖ

Pro Juventute Kinder- und Jugendwohngruppe ErLe Pro Juventute Kinder- und Jugendwohngruppe ErLe Beratung der Schulsozialarbeit (SuSA) Beratung der Schulsozialarbeit (SuSA) Betreuer und Jugendliche Betreuer und Jugendliche

Präventive soziale Dienste

  • Eltern-/Mutterberatung
  • Eltern-Kind-Zentren
  • Erholungsangebote
  • Streetwork
  • Logopädie

Beratung und Hilfe in belasteten Familiensituationen

  • Schulsozialarbeit (SuSA)
  • Familien- und Erziehungsberatung
  • Kinderschutzzentren
  • Hilfen zur Erziehung und Alltagsbewältigung
  • Sozialpädagogische Familienbetreuung

Erziehungshilfen

  • Unterstützung der Erziehung
  • Krisenbetreuung
  • Pflegefamilien
  • Sozialpädagogische Wohngruppen

Rechtliche Vertretung

  • Vertretung in Unterhaltsangelegenheiten
  • Stellungnahmen in gerichtlichen Verfahren bei Obsorge und Kontaktrecht bzw. Jugendstrafrecht
  • Sicherstellung des Kindeswohls bei Adoptionen
  • Rechtliche Vertretung unbegleiteter minderjähriger Fremder
  • Abstammung, Vaterschaft